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Nürnberger Tafel e.V.

Kreutzerstraße 82, 90439 Nürnberg
www.nuernberger-tafel.de

 

 

Artikel aus unserem Stadtteilmagazin Ausgabe 2, Januar 2013

 

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ (Erich Kästner)

Nach dieser Maxime scheinen die 160 ehrenamtlichen Mitarbeiter der „Nürnberger Tafel“ zu leben. Eine der sechs Ausgabestellen befindet sich in unserem Stadtviertel, und zwar Ecke Geisseestraße / Kreutzerstraße.

Um es gleich vorneweg zu sagen, der Bürgerverein St. Leonhard/Schweinau begrüßt diese Arbeit und wirbt ausdrücklich dafür, dass Bewohner unserer Stadtteile und Bürgervereinsmitglieder sich engagieren. Gebraucht werden noch kräftige Männer, die die schweren Kisten mit Esswaren schleppen können.

Denn das ist am Dienstag und Freitag die Aufgabe der freiwilligen Helfer: Mit dem Lieferwagen – es sind jeweils 5-6 Fuhren – die Nahrungsmittel abholen, sie rechtzeitig anliefern und schon stehen Mitarbeiterinnen bereit, sie zu sichten und einzuordnen. Wenn alles vorbereitet worden ist, kann die Verteilung vorgenommen werden, die nach einem festgelegten Zeitplan für die einzelnen Empfänger erfolgt.

Insgesamt werden in unserer Stadt rund 5 000 Bedürftige versorgt, in dem Sprengel, zu dem St. Leonhard/Schweinau gehört, sind es Dienstag 480 und Freitag 480, also insgesamt 960 Familien. Und leider schwillt die Zahl der Empfänger immer weiter an. Sogar die Griechenland-Krise sei auch hier zu verspüren, so Frau Kaluza, die stellvertretende Vorsitzende der Nürnberger Tafel.
Vor allem seien es aber ältere MitbürgerInnen und alleinerziehende Frauen, die auf Hilfe angewiesen sind. Besonders 140 Frauen aus ganz Nürnberg, die Kunden der Tafel sind und über 80 Jahre alt sind, bedürften dringend einer Unterstützung.

Wer nun denkt, jeder könnte bei der Tafel günstig einkaufen, der irrt sich. Die Anspruchsberechtigung wird genau geprüft. Als kleiner Obolus sind von jedem Erwachsenen zwei Euro und von jedem weiteren Erwachsenen ein Euro zu zahlen. Für das, was den Kindern gewährt wird, muss
nichts bezahlt werden. Dafür werden die Familien dann auch mit allen nur erdenklichen Nahrungsmitteln, von A wie Apfel bis Z wie Zitrone versorgt.

Aber die Tafel leistet längst schon mehr: Schuhe von einem bekannten Sportartikelhersteller für 824 Kinder wollen gerecht verteilt werden. Hier übernimmt die Tafel durchaus auch Aufgaben, die
früher das Sozialamt erfüllte. Die Mitarbeiter der Tafel sind sich dessen bewusst, dass ihre ehrenamtliche Arbeit kein Ersatz für Sozialpolitik sein darf, auch wenn dies offiziellen Stellen sehr gefiele. Denn, da Ehre nichts kostet, ist das Ehrenamt wohl das kostengünstigste Amt für den nicht mehr ganz so väterlichen Staat. Und, im Gegensatz zu sozialstaatlichen Rechten hat man auf
private Barmherzigkeit natürlich keinen Rechtsanspruch. Sie kann jederzeit eingestellt werden.

Diese kritischen Anmerkungen sollten engagierte MitbürgerInnen und Bürgervereinsmitglieder nicht hindern, mitzuarbeiten bei der Nürnberger Tafel.

In unserem Stadtteil ist sie in der Kreutzerstr. 82 zu finden.